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Der Krieg des deutschen Spießbürgers


Seit in Deutschland mit dem Angriff auf den Islam enorm gepunktet werden kann, kommt kein Hetzbrief der Bahamas-Linke  ohne eine Attacke gegen den Islam aus. Das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche.
Damit lässt sich heutzutage im rassistischen Konsens ordentlich Stimmung machen, ohne als hundsgewöhnlicher Rassist gescholten zu werden. Mehr noch: bei dieser Pogromstimmung kann sich diese Linke wieder als Avantgarde fühlen, ein Gefühl, auf das sie jahrzehntelang verzichten musste. Deshalb dient ihre "Aufklärung" der denunziatorischen Agitation, ihre "Theorie" der hetzerischen Propaganda, ihre "Vorschläge" dem rassistischen Angriff.

<<Bei der Suche nach der gemeinsamen Masse im deutschen Volke, auf dem Sprung zu dem Thema, das den Mob in Wallung und Bewegung geraten lässt und ständig im Versuch darin einen Führungsanspruch geltend zu machen, bleibt letztendlich nur der ganz gewöhnliche schäbige linke Rassist übrig. ...
Abgesehen von dem, was die Leute der BAHAMAS verbal so auskotzen ("Dorfmullah vom Kottbusser Tor", "ein Gebetstempel für die Ziegenficker des Propheten", "islamische Gebetsmeute", "Schlachtopfer des vegan-antirassistischen Djihads", "Recherche-Fatwas", "Amsterdamer Ritualmord" ...), kommen sie auch praktisch gleich zur Sache. Mit ihrer Kritik an der Linke, die inkonsequent "1987 Bolle abfackelten, jedoch jedem Widerstand gegen das islamische Zentrum, das dort heute entsteht, von vorneherein abgeschworen" hätten, machen sie deutlich wessen Geistes Kind sie sind. Und als gestandene deutsche Linke wollen sie diesen "Widerstand" nicht dem braunen Mob überlassen.>>
(Das Geifern der Linken)

Internationalistische Rassisten vom Kaliber einer Bahamas-Linke wissen grundsätzlich über alles und jeden Bescheid, sei es daheim oder andernorts. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Oberlehrerhaft wissen sie, was Frankreichs Vorstädten blüht. Nicht in deutschen Ost-Landen feiern die "befreiten Zonen" fröhliche Urständ, sondern, wie es einem Export-Weltmeister-Bürger gebührt, in den französischen Vorstädten. Mit dem eigenen Land den Burgfrieden geschlossen, wird der Traum der Neonazis ins Ausland verlagert. Beim einheimischen Mob können sie keinen rassistischen Mord, keine Verfolgung, keine Diskriminierung mehr erkennen, was Frankreich betrifft, sind sie umso sensibler.
Diese Sensibilität schärft sich besonders daran, dass die  Gruppen von Jugendlichen, die das Fernsehen zeigt, keine randalierenden "französischen Franzosen" sind. Und mit detektivischem Gespür folgern sie deren "islamistischen" Hintergrund. Dieser Blick für rassistische und vorgeblich religiöse Differenz macht nicht nur ihren Vorfahren alle Naziehre, sondern scheint nachgerade all das Erbe und die Kontinuität in "die Fremde" zu übertragen: exterritoriale Historisierung. Sie sprechen von "befreiten Zonen", ein Leipziger Allerlei titelt im Zusammenhang mit dem Karikaturenstreit "Mohammeds willige Vollstrecker". Welch' plumper Versuch mit rassistischen Motiven die deutsche Geschichte umzuwerten, das Vernichtungsprogramm der Deutschen zu relativieren und zu "entsorgen".

Besser wissen heißt auch, den Anlass des Aufstandes, dass die Polizei Jugendliche in den Tod getrieben hat, zu ignorieren und mit scheinheiliger Fragestellung die Antworten gleich mit zu liefern. Zu dumm erscheint ihnen das eigene Subjekt der agitatorischen Begierde, um selbst darauf zu kommen.  "Organisiertes Verbrechen und Islam", "Vierteln, in denen die Gesetze ganz oder weitgehend außer Kraft gesetzt sind", "das Los Hundertausender (sic!), die unter der Willkür krimineller Banden leben müssen", das sind die Phantasien des aufgescheuchten Spießbürgertums, bevor mit "eisernem Besen" (oder bei Sarkozy: Kärcher) aufgeräumt wird. Das soziale Elend der Vorstädte und die Randale, die es turnusmäßig hervorbringt, werden bzgl. Frankreich als "sogenannte Problemviertel" der Lächerlichkeit preisgegeben, die einheimischen Arbeitslosen als linke Manövriermasse verplant und verharmlost.
Für die französischen Migranten: Sarkozy. Für die Arbeitslosen daheim: "
Angriffspunkte antideutscher Kritik der nächsten Jahre" suchen, und "Dafür also zu agitieren, dass Prekäre und Arbeitslose sich zunächst einmal ihrer eigenen Interessen besinnen und begreifen, dass die Staatsgewerkschaften der BRD ebenso ihre Feinde sind wie die freundlichen Sozialdemokraten in Potsdam" (Bahamas, Nr.49). Was immer deren "eigenen Interessen" sind.
Die "Verteidigung des Bürgers" (in Frankreich versteht sich) offenbart den preußischen Wunsch nach der Pickelhaube, die Sehnsucht nach Recht und Ordnung, der Ruf nach dem Polizeistaat weltweit.

Für diesen expansionistischen, autoritätsfixierten Global-Rassismus gehört es zur legitimatorischen Selbstverständlichkeit alles und jeden gleich mit zu vereinnahmen, gefragt oder nicht. Dazu passt, dass sie die Namen der "Verbündeten" nicht mal richtig schreiben können - wie den von Alain Finkelkraut.
 


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Auch ein Frankfurter linker Verein möchte sich diese günstige Gelegenheit, im rassistischen Mainstream um politische Sympathie zu werben, nicht entgehen lassen. Als Verfechter der deutschen "Aufklärung" (Propaganda) war ihnen auch früher kein Argument zu billig, den Schulterschluss mit ihrem Klientel, der studentischen Variante des deutschen Mob, zu üben. Erinnert sei bspw. an ihren Protest gegen die Riefenstahl-Filmreihe im Frankfurter Filmmuseum. Dort versuchten sie mit ästhetischer Nörgelei und geschmäcklerischem Diskurs den radikal am Nazikulturgut Interessierten die richtige, kritische Gebrauchsanweisung zum Filmerlebnis mitzugeben. (Deutsches Filmmuseum Frankfurt am Main: Nazi-Propaganda pur)
Gegenüber dem einheimischen Mob, dessen Fanatismus (auch religiösem) und mörderischen Taten bisher eher emotional und intellektuell träge, kommen sie jetzt gegen eine andere Religion so richtig in Fahrt.
Die locker-flockige Schreibe mit der ihr Text daherkommt, hat die Witzigkeit einer deutschen Kappensitzung und auch deren Verklemmtheit: Die penetrante Verniedlichung als "bildchen"  oder "kindischen bildchen" (wie sie die bei ihnen "gespiegelten" Karikaturen nennen) und  verharmlosenden Wort-Anspielungen: "gewisser" (Prophet), "besagter" ... usw., verweisen darauf, dass hier etwas aus sich herausschreibt, was jahrelang tabuisiert in Gemüt und Schreibtisch schlummerte.
Rassismus versucht nicht nur Camouflage mithilfe der Sprache, er tarnt sich als Rettung der  Pressefreiheit und die antiislamische Hetze gibt sich als Solidarität mit Hagalil aus.
 
  SINISTRA, im februar 2006
nach dem abdruck einiger karikaturen eines gewissen "propheten" in einer dänischen provinzzeitung fühlen sich weltweit die fanatisierten anhängerInnen dieses abstrusen aberglaubens berufen, morddrohungen gegen journalistInnen auszustoßen, - die karikaturen bestätigend - bombenanschläge anzukündigen, botschaften abzufackeln und arabische hotels nach dänischen staatsbürgerInnen zu durchkämmen, statt schlicht und einfach ihre abos der "jyllands posten" zu kündigen.

in deutschland finden sich unterdessen nur wenige zeitungen bereit, die völlig harmlosen und eher etwas kindischen bildchen - die ja immerhin gegenstand einer breiten debatte geworden sind - wenigstens dokumentarisch abzubilden.

nachdem nun auch noch aufgrund der veröffentlichung besagter bildchen das jüdische internetportal hagalil gehackt wurde, haben wir uns entschlossen, die karikaturen - ohne wertung des inhaltes - auch auf unserer seite zu spiegeln.
 



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Den vorläufigen Höhepunkt dieser antiislamischen Kampagne bot die GWG (Georg-Wertmüller-Gesellschaft) aus Köln. Bereits als Kinder geübt auf jedes Plakat Hakenkreuze oder Hitler-Schnurres zu malen, kommen sie jetzt auf die infantile Idee, jenen Rostocker Nazi, der sich beim Brand des Flüchtlingsheimes mit Hitlergruß und verpisster Hose präsentierte, mit einem Bart und dem Zusatz "Mohammed" zu versehen. Die Botschaft scheint klar: der wahre Mob sind jetzt "die Islamisten", nicht mehr jene Horde mörderischer Deutscher vor der Rostocker Flüchtlingsunterkunft. Unverhohlener und auch dümmer kann der Versuch die deutsche Geschichte umzuwerten nicht dokumentiert werden.
Als der Staat sie freundlicherweise telefonisch darauf aufmerksam machte, sie könnten sich mit dieser Unverschämtheit Ärger einhandeln, entfernten sie verschreckt die Montage von ihrer Website. Undank ist der Welten Lohn. Für seine fürsorgliche Tat wurde der Staat  anschließend einer Kollaboration mit "Islamisten" bezichtigt.


Fluchschrift
Ffm, 11.03.2006

 

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Redaktion-Bahamas (Veranstaltungshinweis):
 

 
Dienstag, 14. Februar 2006, 19 Uhr

Der Krieg gegen die Bürger

Über die Unruhen in den französischen Vorstädten und die „Ideale der Republik“

Was war eigentlich im Oktober und November 2005 in den französischen Trabantenstädten los? Alle glauben, die Antwort zu kennen: Ausgegrenzte Jugendliche, die arm und arbeitslos in heruntergekommenen Vorstädten ein Leben bar jeder Perspektive fristeten, hätten ihrem Frust endlich einmal Luft gemacht. Im Grunde seien die brennenden Autos, Schulen, Busse und Kitas sowohl Ausdruck des Protests gegen eine interesselose und häufig rassistische Mehrheitsgesellschaft wie auch ein Schrei nach Hilfe gewesen.

Schuld an der Gewalt habe der Staat, der bekommen habe, was er verdiene, läßt die Jungle World im November eine Bewohnerin der Banlieues in einem Interview sagen. Eine merkwürdige Sichtweise: Bekommen hat schließlich weder der Staat noch sonstwer etwas. Den Nachbarn der Randalierer wurde vielmehr etwas genommen: ihre Autos verbrannt, ihre Arbeitsplätze z. T. ebenfalls durch Feuer vernichtet, und die Schulen, in die sie bisher ihre Kinder geschickt hatten, wegen Brandschäden auf unbestimmte Zeit geschlossen. Und verdient haben sie alle, die sie selber arm und migrantischen Hintergrundes sind, das doch sicher nicht. Genausowenig verdient haben immer mehr Frauen und Mädchen aus den Vorstädten, daß ihre Brüder und Nachbarn sie unter handfester Anwendung islamischen Tugendterrors aus der Öffentlichkeit und unters Kopftuch zwingen. Eher unverdient erscheint auch, daß die letzten weißen Einzelhändler aus den Vierteln rausgemobbt oder Bewohner der Cités am hellichten Tag in ihren Wohnungen überfallen und ausgeraubt werden. Ganz und gar unverdient ist das Los Hundertausender, die unter der Willkür krimineller Banden leben müssen, denen es gelungen ist, die Gesetze der Republik und die öffentliche Ordnung in ihren Vierteln ganz oder weitgehend außer Kraft zu setzen.

Zu berichten, was wirklich los ist in den sogenannten Problemvierteln, in denen im letzten Herbst die Gewalttätigkeiten ausbrachen, wird zentraler Gegenstand des Vortrags sein. Beantwortet werden sollen Fragen wie: Wer wohnt dort eigentlich? Was hat sich in den 15 Jahren seit der ersten größeren Randale bei Lyon verändert? Wie funktionieren Ökonomie und Gesellschaft in weitgehend „befreiten“ Zonen? Welche Rolle spielt das organisierte Verbrechen und welche der Islam? Und vor allem: Wer sind die eigentlichen Opfer?

Zwei Kritiker, die vorgestellt werden sollen, seien schon einmal genannt: Das sind einerseits die „ersten Generalstände der Frauen und Mädchen aus den Vorstädten“, die an die französische Republik unter anderem diese Forderung gerichtet haben: „Schluß mit der Rechtfertigung unserer Unterdrückung im Namen eines Rechts auf Differenz und des Respekts für jene, die uns zwingen, uns zu unterwerfen“, also die Frauenorganisation Ni putes ni soumises. Und da ist Alain Finckielkraut, der für seine Aussage, die Randale in den Banlieues sei „ein einziges Pogrom gegen die Republik“ gewesen, vom umtriebigen Frankreichkorrespondenten der Jungle World und Konkret schleunigst als mit Israel solidarischer Rechtszionist entlarvt wurde.

Vortrag von Justus Wertmüller mit anschließender Gelegenheit zur Diskussion
Dienstag, 14. Februar 2006, 19 Uhr